Sodbrennen - Zu viel oder zu wenig Magensäure?

Sodbrennen - Zu viel oder zu wenig Magensäure?

 

Saures Aufstoßen kann viele verschieden Gründe haben.Wenn Sodbrennen öfters vorkommt, ist es wichtig den oder die Auslöser zu herauszufinden. Sodbrennen kann man bekommen, egal ob die Magensäuresekretion niedrig, hoch oder normal ist. Chronisches Sodbrennen kann schwere Folgen haben und die Speiseröhre massiv schädigen.

7 bis 10 Prozent der Erwachsenen leiden in den Industrienationen an Sodbrennen.

Die Symptome von Sodbrennen sind ein brennendes Gefühl im oberen Brust- und im unteren Rachenbereich, spontanes Erbrechen, Brustschmerzen und Übelkeit. Diese kommen von der Magensäure, die in die Speiseröhre zurückfießt.

Ursachen von Sodbrennen

Es gibt verschiedene Ursachen für Sodbrennen. Hier geht es um Sodbrennen welches, durch eine gestörte Magensäureproduktion entsteht. Sowohl durch einen Magensäureüberschuß als auch durch Magensäuremangel kann Sodbrennen entstehen. Interesannterweise sind die Symptome ähnlich.  Auch die zuverlässige Funktion des Magenschließmuskels spielt eine wichtige Rolle.

Der Arzt kann Klarheit schaffen

Zu viel oder zu wenig Magensäure? Durch eine Langzeit-pH-Messung können Sie sich Klarheit verschaffen. Diese Standardmethode hilft, eine Refluxkrankheit sicher zu diagnostizieren. Dabei werden je nach Krankheitsbild entweder in der Speiseröhre oder im Magen die Säurewerte 24 Stunden fortlaufend gemessen.

 

Ein Blick zurück

Vor nichtmal allzu langer Zeit machten sich Ärzte mehr sorgen um einen langfristig zu niedrigen Magensäurespiegel. Eine zu hohe Säurekonzentration hingegen galt als weniger bedenklich. Es ist gut dokumentiert, dass die Sekretion der Magensäure mit fortschreitendem Alter stets abnimmt. Forscher aus dem 19. Jahrhundert bis hin zur Mitte des 20. Jahrhunderts berichteten regelmäßig davon:

  • Menschen mit einer vollständigen oder nahezu vollständigen Abwesenheit von Magensäure (auch Anazidität oder Achlorhydrie genannt)
  • oder mit einer niedrigen Magensäureproduktion (Hypochlorhydrie)

Auch das Alter spielt eine Rolle

Sowohl  Anazidität als auch Hypochlorhydrie kommen mit zunehmendem Alter immer häufiger vor. So sind nur 4% der 20 Jährigen betroffen, aber drei viertel der über 60 Jährigen.

Gibt es auch aktuellere Untersuchungen der Ursachen für Sodbrennen? Ja, gibt es. Ein britischer Arzt untersuchte 1996 altersbedingte Störungen des Magen-Darm-Traktes. Er erklärte, dass die Magensekretion mit zunehmendem Alter abnehme. Das führte er auf den Verlust säureproduzierender Zellen zurück. Diese Krankheit wird atropische Gastritis oder auch gastrische Atrophie genannt. Auch ein großer Teil der über 60 Jährigen, die nicht an Sodbrennen, Magenschmerzen oder Reflux leiden haben dennoch atrophische Gastritis. (1)  Atrophische Gastritis gilt als Hauptursache für "altersbedingten" Magensäuremangel.

Achtung! Säureblochende Medikamente schießen über das Ziel hinaus

Es gibt  viele Studien, die gezeigt haben, dass Menschen mit niedrigem Magensäurespiegel besonders anfällig für Erkrankungen sind.  Jedoch auch Medikamente können die Magensäureproduktion bedenklich drosseln. Diese Medikamente nennt man Säureblocker und wirken als Protonenpumpenhemmer, kurz PPI. Sie hemmen die Magensäureproduktion . So kann bei unsachgemässer Anwendung des Medikamentes ein künstlicher Mangel an Magensaft entstehen. Dieser hat die gleichen, schleichenden Symptome wie ein "altersbedingter" Magensäuremangel.

 

Gesundheitliche Probleme durch wenig Magensäure

Die Folgebeschwerden sind nicht nur auf Magen, Speiseröhre und den Verdauungsapparat beschränkt:

  • Proteine werden unvollständig Verdaut
  • Depressionen
  • Allergien
  • Vitamine, Mineralstoffe und Aminosäuren werden von Körper nicht mehr zufriedenstellend Resorbiert
  • unerwünschte Bakterien breiten sich im Magen und Dünndarm aus. Das kann zu Sodbrennen, Gasbildung, Verstopfung, Diarrhö und einer erhöhten Gefahr der Infektion mit Chollera und Salmonellen führen
  • beschleunigte Alterung
  • Osteoporose
  • Morbus Basedow
  • chronische Hepatitis
  • Typ-1-Diabetes
  • Magenkrebs
  • reumatoide Arthritis
  • perniziöse Anämie, einer Form der Blutarmut, die auf einem Mangel von Vitmin B 12 beruht
  • ....

Magensäureproduktion ankurbeln

Ein einfaches Hausmittel kann man einfach mal testen: Trinken Sie direkt vor dem Essen ein kleines Glas Wasser mit dem Saft einer halben Zitrone oder Apfelessig. Die Säure soll die Produktion von Pepsinen im Magen anregen.

Es kann sein, dass es ihnen nach dem Essen besser geht, wenn sie Zitronensaft oder Apfelessig getrunken haben. Dann haben sie eventuell zu wenig Magensaft für die Verdauung zur Verfügung. Pepsine sind neben Salzsäure Hauptbestandteil der Magensäure.                                                           

Ein erfahrener Arzt oder Naturheilkundiger ist nötig

Hauptsächlich besteht Magensaft aus Salzsäure und Pepsinen. Die Einnahme von Salzsäuretabletten oder Pepsinkapseln kann bei Sodbrennen helfen. Das sollte Mann oder Frau aber nicht im Alleingang machen. Ein naturheilkundlich ausgebildeter Mediziner oder Heilpraktiker kann Ihnen weiterhelfen.

Sie sehen, ein pauschales Mittel gegen Sodbrennen gibt es nicht. Es gibt viel zu beachten. Jedoch werden Änderungen der Ernährung und der allgemeinen Lebensweise sehr viel bewirken. Lernen Sie, besser auf Ihren Körper zu achten und seine Signale zu deuten.

 

 

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