Sodbrennen in der Schwangerschaft

Sodbrennen während der Schwangerschaft ist selten ein größeres Problem, kann aber ziemlich unangenehm sein. Der Magen-Darm-Trakt  kann Schwangeren gewaltig  zusetzen. Eigentlich sind die Frauen schon genug beschäftigt mit der sprichwörtlichen Morgenübelkeit. Und dann kommt auch noch Reflux (Rückfluss von Magensäure in die Speiseröhre) dazu. Sodbrennen ist das Leitsymptom der Refluxkrankheit.

Sodbrennen in der Schwangerschaft, Frau

Etwa 10 Prozent aller nicht schwangeren Frauen haben einmal am Tag Sodbrennen.

25 Prozent der schwangeren Frauen haben chronisches Sodbrennen.

Gelegentliche Refluxbeschwerden verspüren nochmals 50 Prozent der Frauen mit Babybauch.

Somit haben etwa 75 Prozent aller Schwangeren Sodbrennen.

 

Symptome bei Reflux in der Schwangerschaft

  • Ein brennender Schmerz hinter dem Brustbein, vor allem im Liegen
  • Saurer Mageninhalt fließt bis in den Hals oder in den Mund
  • Heiserkeit oder belegte Stimme
  • Schluckbeschwerden
  • Schlafstörungen
  • Halsschmerzen
  • Husten
  • Mundgeruch
  • Saures Aufstoßen

Besonders nachts, wenn der Schmerz hinter dem Brustbein den Schlaf raubt, machen Schwangere Frauen sich oft Gedanken. Um das Ungeborene brauchen sie sich keine Sorgen machen, vom Sodbrennen bekommt das Kind zum Glück nichts mit.

Warum haben so viele Frauen Sodbrennen in der Schwangerschaft

Hormonveränderung in der Schwangerschaft

Eine Schwangerschaft kann aus mehreren Gründen das Reflux Risiko erhöhen:

1. Durch sie verändern sich die Größe und die Lage der inneren Organe.

Gewöhnlich hat  die Gebärmutter (Uterus) die Größe und Form einer Birne. Die Gebärmutter liegt knapp unterhalb des Bauchnabels. Zwischen Uterus und Magen liegen Dünn– und Dickdarm. In der Schwangerschaft schiebt sich die Gebärmutter immer weiter nach oben. Bis in der späten Schwangerschaft die Gedärme vom Uterus seitlich verschoben werden.

Der Magen wird in diesem späten Stadium stark nach oben gedrückt, so dass er sich verformt. Jetzt drückt der Magen seinerseits gegen das Zwerchfell. Es erschlaffen die umgebenden Muskeln, und es kann passieren, dass sich eine natürlich vorhandene Lücke im Zwerchfell vergrößert. Durch diese Lücke im Zwerchfell führt die Speiseröhre in den Magen hinein. Wenn sich nun diese Lücke (Hiatus) erweitert, wird bei wenigen Frauen ein Teil des Magens durch diese Erweiterte Öffnung gequetscht. Das nennt man Zwerchfellbruch oder Hiatushernie.

Der  Zwerchfellbruch drückt auf den Schließmuskel des Mageneingangs, weil jetzt ein Teil des Magens und der Magenschließmuskel in der Lücke eingeklemmt sind. In dieser Situation wird man unter regelmäßigem Sodbrennen leiden, weil der Magenschließmuskel sich immer mal wieder ungewollt unter Druck öffnet und saurer Verdauungssaft in die Speiseröhre zurückfließt.

 

2. Die Hormone verändern den weiblichen Körper

Östrogen und Progesteron sind die weiblichen Geschlechtshormone.

Östrogen ist verantwortlich für die Reifung der weiblichen Geschlechtsorgane, die  Ausbildung der Brüste und Körperbehaarung und die monatliche Blutung. Es ist verantwortlich dafür, dass aus den Eierstöcken jeden Monat eine Eizelle „hüpft“.

Progesteron, verdickt und verstärkt die Gebärmutterwand. Es unterbindet weitere Eisprünge aus der Gebärmutter. Durch Progesteron werden die Blutgefäße aufgebaut, wenn die Eizelle befruchtet wurde. So wird das neue Leben mit genug Blut versorgt.

Ist die Frau schwanger, wirken Östrogen und Progesteron als Entspannungsmittel auf die Gebärmutter ein. So kann sie sich stärker dehnen und dem Fötus Platz machen. Das ist notwendig und sinnvoll.

 

3. Der weniger gute Nebeneffekt der Hormonumstellung ist, auch andere Muskelgruppen sind von der Relaxation betroffen:

Reflux in der Schwangerschaft

Der untere Magenschließmuskel, der die Speiseröhre mit dem Magen verbindet (aber auch abdichtet) kann sich eventuell leichter öffnen. So gelangt ungewollt saurer Magensaft in die Speiseröhre: Es kommt zu Sodbrennen in der Schwangerschaft.

Die Selbstreinigungsfähigkeit der Speiseröhre kann eingeschränkt sein. Die Speiseröhre kann sich durch Muskelbewegungen selber reinigen. In der Schwangerschaft kommt es öfter vor, dass die Muskeln  nicht stark genug sind. So kann Sodbrennen auslösender saurer Speisebrei nicht schnell genug  zurück in den Magen befördert werden.

Auch die Muskeln des Magens können durch die Hormone zu schwach sein. Sie ziehen sich eventuell nicht stark genug zusammen. Der Magen schafft es nicht, den Nahrungsbrei in den Dünndarm zu schieben. Der Magen bleibt viel zu lange voll und drückt unnötig lange auf die Lücke im Zwerchfell.

Die Wand von Dünn- und Dickdarm ist ebenfalls  Muskelgewebe. Werden diese Muskeln durch die Hormonumstellung in der Schwangerschaft weich, verlangsamt sich die Verdauung. Der Nahrungsbrei kann sich in Dünn- oder Dickdarm stauen. Eine Verstopfung ist die Folge. Ebenfalls eine typische Nebenerscheinung einer Schwangerschaft.

Durch Nährstoff- oder Vitaminmangel können die schwangerschaftsbedingten Beschwerden verstärkt werden. So können Heißhunger Attacken auf einen Mangel hindeuten. Wenn eine Schwangere große Mengen an Nahrung innerhalb kürzester Zeit hineinstopft, kann es dem Magen zu viel werden. Auch ein Mangel an Vitamin D3 oder B 12 kann ein Risikofaktor für Sodbrennen sein.

Keine unnötigen Untersuchungen bei Sodbrennen in der Schwangerschaft

Arztuntersuchung

Das Ungeborene soll durch Untersuchungen keinesfalls geschädigt werden. Deshalb sind Ärzte zu recht zurückhaltend mit Untersuchungsmethoden und Medikamenten bei schwangeren Sodbrennen Patienten. Beschreiben sie ihrem Arzt die Symptome. Am besten legen Sie ihrem Arzt ein Sodbrennen Tagebuch vor, damit er auch ohne Untersuchung ihre Refluxkrankheit diagnostizieren kann.  Und nach der Geburt des Kindes verschwindet der schwangerschaftsbedingte Reflux wieder.

Gewöhnlich wird eine Refluxkrankheit, deren Symptom Sodbrennen ist mit folgenden Untersuchungsmethoden diagnostiziert:

Endoskopie: Bei diesem Verfahren schiebt der Mediziner dem Patienten ein schlauchähnliches, dünnes Endoskop in den Hals. Damit wird das Gewebe untersucht. Für schwangere Frauen ist das Verfahren nur in absoluten Ausnahmen geeignet. Es wird ein Beruhigungsmittel gegeben und der Fötus soll nicht geschädigt werden.

Röntgenuntersuchung: Die Patientin trinkt ein bariumhaltige Flüssigkeit. Diese kleidet die Speiseröhre aus. Das Barium in der Lösung macht auf einem Röntgenbild entzündliche Schäden an der Speiseröhre sichtbar. Hier ist es auch klar: Wer will schon das heranwachsende Kind im Bauch der Mutter durch Röntgenstrahlung gefährden?

 

Was hilft bei Sodbrennen in der Schwangerschaft?

Medikamente gegen Reflux sollten sie in der Schwangerschaft nur nach Absprache mit ihrem Arzt einnehmen. Auch Kräuter in jeder Form sollten sie nicht eigenständig nehmen. Denn die Kräuter haben oft auch eine Wirkung auf das Kind.  Ausnahme sind die gebräuchlichen Schwangerschaftstees.

Die schonendste Gruppe der Säureblocker sind die Antazida. Nehmen sie auf keinen Fall welche mit einem Wirkstoff aus Aluminiumverbindungen. Besser sind Antazida aus Magnesiumverbindungen. H2-Blocker und Protonenpumpeninhibitoren kommen nur zum Einsatz, wenn die Antazida nicht wirken. Sie haben auch ohne Schwangerschaft zum Teil erhebliche Nebenwirkungen.

tablettenBesser ist es, die Ernährungsgewohnheiten anzupassen

Für die meisten Sodbrennen geplagten ist es besser, vier bis fünf kleinere Mahlzeiten zu essen anstatt drei große. Schwangerschaft hin oder her. Kauen sie jeden Happen bewusst und mit Genuss und essen sie langsam, auf keinen Fall schlingen.

Diese Lebensmittel sollten sie meiden, um Reflux während der Schwangerschaft zu vermindern.

  • Kaffee
  • Extrem fettes und süßes Essen
  • Stark Gewürzes oder stark gebratenes Essen
  • Kohlensäurehaltige Getränke (auch Wasser)
  • Zitrusfrüchte (Aber: Machen sie einen Test, trinken Sie vor einer Mahlzeit den Saft einer halben Zitrone mit etwas Wasser , wenn es ihnen danach besser geht als sonst, haben sie eventuell das Problem von zu wenig Magensäure!)

Hausmittel bei Sodbrennen sind zum Beispiel: Banane, Mandeln, Haferflocken, Kaffeesahne oder hartes Weißbrot. Oder trinken sie ein Glas stilles Wasser in kleinen Schlucken. Mandeln können Reflux auch vorbeugen, einfach über den Tag verteilt immer wieder Mandel- oder Haselnusskerne knabbern.

Wie kann eine Schwangere erholsam schlafen?

Besonders nachts werden Schwangere vom Sodbrennen heimgesucht. Das Körpergewicht kann beim Liegen so stark auf den Magen drücken, dass es zu Reflux kommt. Aber besonders Schwangere brauchen einen erholsamen Schlaf, da das Austragen eines Kindes sehr anstrengend sein kann.

  Schwangere schläft im Bett

Das können sie für einen erholsamen Schlaf machen:

  1. Schon drei Stunden vor dem Schlafengehen nichts mehr essen
  2. Mit erhöhtem Oberkörper schlafen, legen sie zusätzlich ein dickes Kissen unter.
  3. Keine Gänge zum Kühlschrank während der Nacht
  4. Schlafen sie auf der linken Seite, dann liegt die Speiseröhre höher als der Magenschließmuskel.
  5. Den Mittagsschlaf am besten sitzend auf dem Sofa abhalten.

Was kann man sonst noch machen…

Gehen sie regelmäßig in der frischen Luft spazieren. Das Zwerchfell soll durch tiefes ein- und ausatmen elastisch bleiben, so dass es erst gar nicht zu einem Zwerchfellbruch kommt.

Wenn die Hose zwickt, ziehen sie eine andere, weitere an. Die enge Kleidung drückt zusätzlich auf den Magen. Locker sitzende Umstandsmode kann Sodbrennen vorbeugen.

Bücken sie sich nicht unnötig, schwere Gegenstände hochheben sollten sie  jetzt ohnehin nicht mehr.

 

Sodbrennen in der Schwangerschaft ist unangenehm, aber nicht schädlich für das ungeborene Kind. Mit einfachen Änderungen beim Essen und der Lebensgewohnheit lässt es sich meist gut in den Griff bekommen.

 

 

 

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