Sodbrennen

Sodbrennen

Etwa 40 Prozent der Erwachsenen in der westlichen Welt haben einmal im Monat Sodbrennen. Zu viel vom falschen zur falschen Zeit gegessen kann Sodbrennen auslösen. Stress, Hektik und Traurigkeit können sich auch negativ auswirken.

Es gibt auch Menschen, die Sodbrennen bekommen, wenn sie länger nichts essen und richtig hungrig sind. Andere sind heiser, müssen sich oft räuspern oder  husten (besonders morgens).

 

Definition von Sodbrennen

 

Ein vom Oberbauch hinter dem Brustbein aufsteigender Schmerz wird Sodbrennen genannt, oft fühlt man den Schmerz auch noch bis in den Hals und Rachen.  Aufstoßen von saurem Magensaft kommt oft noch dazu.

Aus dem Magen fließt Magensäure in die Speiseröhre zurück. Dass passiert,  weil der Magenschließmuskel sich für kurze Zeit öffnet. Die Magensäure reizt die empfindliche Schleimhaut in der Speiseröhre. Im Gegensatz zum Magen hat die Speiseröhre keine schützende, also Säure neutralisierende Schleimhaut.

Symptome von Sodbrennen

Ein gesunder Mensch kann ohne Probleme bei vollem Magen einen Handstand machen, ohne dass sich der Schließmuskel öffnet. Es ist normal, wenn beim Essen auch gelegentlich Essensbestandteile zurück in die Speiseröhre geraten. Durch eine erhöhte Muskelaktivität des Ösophagus (= Speiseröhre) wird der saure Speisebrei wieder in den Magen gedrückt. Das kann auch zu vorübergehenden Schmerzen führen. Es wird aber erst zu einem Problem, wenn die Belastung zu stark wird oder die Röhrenmuskulatur geschwächt ist.

 

Den Rückfluss von Mageninhalt in die Speiseröhre nennt man Reflux. Wiederholter Reflux mit seinem Leitsymptom  Sodbrennen wird gastroösophageale Refluxkrankheit genannt.  In den letzten 30 Jahren hat sich die Zahl der Menschen mit Refluxbeschwerden verzehnfacht. Daran ist wohl der veränderte Lebensstil schuld.

 

Reflux

Reflux kann verschiedene Krankheitsbilder verursachen. Je nach Schwere gibt es unterschiedliche Diagnosen.

Refluxerkrankung ohne Speiseröhrenentzündung

Nicht-erosive gastroösophageale Refluxkrankheit (NERD): Bei den meisten Menschen mit Sodbrennen ist Entwarnung angesagt. Etwa 60 Prozent der Patienten haben keine Veränderung der Speiseröhrenschleimhaut. Die Patienten leiden mehr oder weniger oft an saurem Aufstoßen und Sodbrennen. Diese Menschen können ihr Leiden durch kleine Veränderungen der Lebens- und Essgewohnheiten schnell kurieren.

Refluxösophagitis

Durch den häufigen und anhaltenden Rückfluss von Magensäure ist die Speiseröhre angeschwollen. Sie ist gerötet und hat sich mit der Zeit oberflächlich entzündet. Diese Veränderung der Speiseröhrenschleimhaut nennt man Erosiv. Etwa 40 Prozent der Refluxpatienten haben diese oberflächliche Schädigung der Schleimhaut. Im Deutschen nennt man die Krankheit  Erosive Refluxkrankheit , im Englischen heißt sie Erosive Reflux Disease (ERD).

Klassische Refluxkrankheit

Durch häufigen Reflux mit viel Rückfluss sind die Nerven im inneren der Speiseröhrenschleimhaut gereizt. Diese Veränderungen der Speiseröhre sind endoskopisch oder durch eine Gewebeprobe nachweisbar. Englisch nennt sich die Krankheit Gastro-Esophageal Reflux Disease (GERD).

Stiller Reflux

Wird auch atypischer Reflux (oder Extra-Ösophageale Refluxerkrankung) genannt, weil er oft ohne das Symptom Sodbrennen auftritt. Häufig wird er erst relativ spät diagnostiziert. Es steigen hauptsächlich saure Gase aus dem Magen bis in den Mund auf. Typiche Anzeichen für stillen Reflux können sein

  • ein "Kloß" im Hals
  • Heiserkeit
  • Schluckbeschwerden
  • chronische Rachenentzündung
  • Zwang sich zu Räuspern
  • immer wieder Halsschmerzen
  • chronisches Husten
  • chronische Nasennebenhöhlenentzündung
  • übermäßige Schleimbildung im Rachen
  • wiederkehrende Mittelohrentzündung

Egal ob jetzt NERD, ERD oder GERD vorliegt, zusätzlich wird noch unterschieden zwischen zwei Formen der Refluxerkrankung. Denn über die Ursache von Sodbrennen wissen wir erstmal noch nichts. Warum fließt Magensäure zurück in die Speiseröhre? Wenn keine eindeutige Ursache (oder auch mehrere gleichzeitig) gefunden wird, bleibt die Behandlung in einer Symptomunterdrückung stecken.

Die primäre Refluxkrakheit

Primär soll heißen, es wurde keine eindeutige Ursache für die Beschwerden gefunden. Aber eines steht fest: Der untere Magenschließmuskel (unterer Ösophagusspikter) erschlafft und dichtet den Magen nicht mehr genügend ab. So kann ungewollt saurer Magenbrei zurück in die Speiseröhre gelangen. Die primäre Refluxkrankheit ist am weitesten verbreitet.

Die sekundäre Refluxkrankheit

Durch eine bekannte körperliche Veränderung ausgelöstes chronisches Sodbrennen. Etwa durch  Zwerchfellbruch oder eine Schwangerschaft, weil das Kind auf den Magen drückt.  Auch eine Erkrankung des Verdauungstraktes, wenn sie zu einer anatomischen Veränderung von Magen oder Speiseröhre führt, kann eine sekundäre Refluxkrankheit auslösen.

 

Ursachen von Sodbrennen

Reflux kann viele Ursachen haben. Egal ob die Magensäresekretion niedrig, hoch oder normal ist kann man Sodbrennen bekommen. Ein defekter Magenschließmuskel, der die Speiseröhre vom Magen trennt ist jedoch immer mit im Spiel bei den Beschwerden.

Wenn der untere Ösophagussphinkter (so heißt der Magenschließmuskel) nicht zu 100 Prozent korrekt funktioniert, kann das viele Gründe haben. Das was wir essen, trinken oder rauchen, Medikamente oder Stress können den Schließmuskel schwächen. Eine Schwangerschaft, Übergewicht, in seltenen Fällen auch genetische Veranlagung, Bewegungsmangel oder falsche Bewegungen sind ebenfalls mögliche Verursacher von plötzlich auftretendem Sodbrennen und Aufstoßen. Auch die Speiseröhrenschleimhaut kann gereizt werden und Probleme verursachen.

 

Woher kommt das Sodbrennen

Die Speiseröhre ist sehr schmerzempfindlich. Schon geringste Mengen an Säure lösen Sodbrennen aus weil die Speiseröhrenschleimhaut sehr sensibel auf Magensäure reagiert.

Nahrungsmittel können Allergien auslösen oder eine Nahrungsmittelunverträlichkeit. Auch reizen manche Lebensmittel die Speiseröhrenschleimhaut oder schwächen die Funktion des Magenschließmuskels.

Der Magen entleert sich durch eine Nervenschädigung zu langsam. Das kann eine Folgeerkrankung von Diabetes sein. Ist der Blutzuckerspiegel über einen längeren Zeitraum zu hoch, können Nerven geschädigt werden. Wenn davon die Nerven, die unsere inneren Organe steuern betroffen sind, verschlechtert das die Verdauungstätigkeit.

Der Schließmuskel der Speiseröhre arbeitet nicht richtig. Der untere Ösophagsuspinkter ist geschwächt, so quillt immer mal wieder etwas Mageninhalt in die Speiseröhre zurück.

Eine Verspannung des Zwerchfells. Das Zwerchfell ist der große Atemmuskel. Im Zwerchfell ist ein kleines Loch, durch das die Speiseröhre führt. Der große Atemmuskel trennt Herz und Lunge von den darunter liegenden Verdauungsorganen. Ist das Zwerchfell verspannt, kann es sich bei der Atmung nicht ausreichend  ausdehnen. Das macht Druck auf den Magenschließmuskel.

Die Speiseröhre kann sich nicht gut genug selbst reinigen. Eine gesunde Speiseröhre reinigt sich durch Muskelkontraktion und Sekretion selbst. Denn auch bei einem gut schließenden Mageneingang kann immer mal eine geringe Menge saurer Speisebrei in die Speiseröhre gelangen. Die Fähigkeit zur Selbstreinigung kann gestört sein.

Eine rheumatische Erkrankung des Magen-Darm-Traktes

Verkrampfte Magenmuskeln. Die Magenmuskulatur kann wie jede andere Muskelgruppe des menschlichen Körpers verkrampft sein. Das kann durch nervöse Anspannung (Muskelverkrampfung), Überforderung (Muskelkater bei vermehrter Verdauungsarbeit) oder innere Überreizung (Vegetatives Nervensystem) passieren.

Galle fließt in den Magen zurück. Dünndarminhalt reizt die Magenschleimhaut.

Zwerchfellbruch. Der große Atemmuskel hat eine erweiterte Speiseröhrenöffnung, Hiatushernie genannt. Der Magenschließmuskel wird bei einem gesunden Menschen durch das Zwerchfell unterstützt. Bei einem zu großen Loch im Zwerchfell kann leichter saurer Mageninhalt aufsteigen. Sodbrennen ist die Folge.

Bei einer Schwangerschaft drückt das Kind auf den Magen. Sodbrennen in der Schwangerschaft haben fast alle werdenden Mütter. Das Kind im Mutterleib wird mit fortschreitender Schwangerschaft immer größer. Der Platz im Mutterleib ist begrenzt, Das Baby drückt auf den Magen und kann Sodbrennen auslösen. Das Hormon Progesteron spielt auch eine Rolle bei der Schwächung des Speiseröhrenschliemuskels. Während der Schwangerschaft hält das Hormon die Gebärmutter elastisch, auch andere Muskelgruppen werden weicher.

 

Helicobacter pylori Auslöser von atrophischer Gastritis

Das Bakterium Helicobacter Pylori kann durch die Bildung von Botenstoffen eine gesteigerte Gastrin-Freisetzung verursachen. Dadurch wird mehr Magensäure produziert. Etwa 50 Prozent der Erwachsenen sind mit Helicobacter Pylori infiziert.

die Regulation der Magensäureproduktion ist gestört (zu viel oder zu wenig Magensäure). Bei chronischem Sodbrennen kann die Speiseröhre durch die Magensäure gereizt werden. Darum ist es wichtig,  der Ursache von saurem Aufstoßen auf den Grund zu gehen. Es ist zu unterscheiden, ob der Reflux durch zu viel Säure verursacht wird, oder durch zu wenig. Aber die Magensäuresekretion kann bei Reflux auch ganz normal sein. Das hört sich erstmal seltsam an. Zu viel Magensäure als Verursacher der Beschwerden klingt ja irgendwie logisch. Aber Sodbrennen durch zu wenig Säure im Magen? Der amerikanische  Arzt Jonathan V. Wright, M.D. berichtet von vielen Patienten mit zu wenig Magensäure (mit zunehmendem Alter produziert der Magen immer weniger Säure). Seinen Patienten konnte er in vielen Fällen helfen, indem er den Magensäurespiegel wieder normalisierte. Er glaubte, zu wenig Säure im Magen lässt den Magenschließmuskel (unterer Ösophagussphikter) erschlaffen.

Welche Risikofaktoren gibt es?

 

Männer laufen gestresst GrafikPsychische Belastungen und Stress: Seelische Ursachen stecken oft hinter Sodbrennen. Dauerstress schlägt auf den Magen. Auch wenn es im Alltag nicht einfach ist stressige Situationen gelassener zu nehmen. Meditation, Joga, oder einfach eine Tasse Tee können helfen, einen Gang runterzuschalten.

Übergewicht: Wenn sich die Fettpolster besonders im Bauchbereich ansammeln, kann das auf den Magen drücken. Der Platz im Bauchraum ist beschränkt, wenn permanente Enge herrscht kann schon einmal der Magenschließmuskel schlapp machen und sich ungewollt öffnen.

Vitamin- und Nährstoffmangel: Für die optimale Gesundheit braucht der Körper viele verschiedene Nährstoffe. Unser Organismus kann dabei einge Defizite noch gut ausgleichen. Aber wenn der Mangel zu gravierend wird, Kann es durchaus zu Störungen kommen. Vtamin B12 und D3, C und A, L-Glutamin und Zink können durchaus in einigen Fällen bei Sodbrennen helfen.

Bewegungsmangel: Der Mensch kann auf Dauer nur gesund bleiben, wenn er sich regelmäßig bewegt. Beim Sodbrennen ist besonders der Zustand des Zwerchfells wichtig. Durch Bewegung und tiefe Atemzüge bleibt das Zwerchfell elastisch.

Fehlhaltungen: Eine gekrümmte, nach vorne gebeugte Körperhaltung engt den Bauchraum ein. Der Magen wird zusammengedrückt...

Enge Kleidung: Eine zu enge Hose schnürt den ebenfalls den Bauchraum ein...

Nebenwirkung Sodbrennen

Nebenwirkung Sodbrennen

Nebenwirkung Sodbrennen Speiseröhre Reizung

Diese Lebensmittel können Sodbrennen auslösen

 

Die Speiseröhre kann  auch schon ohne saures Aufstoßen gereizt werden. Zitrusfrüchte (auch Säfte daraus), Tomaten, Kaffee in allen Variationen (besonders Espresso und starker Kaffee) und alkoholische Getränke schaffen das auch beim Schlucken, also auf dem Weg nach unten. Wer eine etwas empfindliche Speiseröhre hat, kann die Schleimhaut auch so reizen. Das kann den gleichen Schmerz wie beim Sodbrennen auslösen.

 

Sollten Sie regelmäßig Refluxbeschwerden haben, sollten Sie Ihre Ernährungsgewohnheiten überprüfen. Diese Ernährung kann Sodbrennen auslösen oder verschlimmern. Jeder Mensch ist einzigartig. Überprüfen sie ihre Ernährungsgewohnheiten und vermeiden sie Essen, das ihnen schadet. Testen sie selbst was bei ihnen Sodbrennen auslöst.

  • Fettes
  • Kaufen sie eine Zahnpasta ohne Fluorid und benutzen sie nur noch Salz ohne Fluoridzusatz.
  • Frittiertes
  • Scharf angebratenes
  • Schokolade
  • Pfefferminze
  • Kaffee
  • Zucker
  • Alkohol
  • Zwiebeln
  • Zitronen
  • Tomaten
  • Stark gewürzte Speisen
  • kohlensäurehaltige Getränke
  • Allergien auslösende Lebensmittel
  • Nahrungsmittelunverträglichkeiten
  • auch das Rauchen von Zigaretten kann Sodbrennen verursachen.

diese Nahrung schwächt den Magenschließmuskel

 

Nahrung, die Sodbrennen auslüst

 

Fettes Essen: Eiweiße und Kohlenhydrate werden vom Körper relativ schnell verdaut. Um Fett zu verdauen braucht es mehr Zeit. Nach dem Essen eines fetten Schweinebratens sind sie stundenlang pappsatt. Ist der Magen voll, gibt es Druck auf den Magenschließmuskel. Bei unserem fetten Schweinebraten gibt es also viele Stunden lang Druck. Da kann schon einmal der Muskel schlapp machen. Und schon haben wir den Salat, sorry Sodbrennen.

Große Portionen: Der Magen produziert  Säure  um den Nahrungsbrei zu verdauen. Je größer die Portion und je Fetter sie ist, umso mehr Magensäure braucht eine effiziente Verdauung. Das kann aber schnell stressig für den Körper werden. Sodbrennen ist nah.

Warum Sodbrennen nach Alkohol: Bier und Schnaps können saures Aufstoßen auf zwei Arten auslösen.

  • Der Alkohol kann die Speiseröhre schon auf dem Weg nach unten ein wenig reizen, er ist eine saure Flüssigkeit. Im Magen kann er zu einer überhöhten Säureproduktion führen.
  • Alkohol wirkt muskelentspannend. Der Magenschließmuskel (unterer Ösophagusspinkter) ist nun einmal ein Muskel. Wenn er sich entspannt, ist Sodbrennen nicht mehr weit.

Kohlensäure in Getränken: Die im Glas so hübsch nach oben strebenden Bläschen machen das gleiche im Magen. Mit Kohlensäure angereicherte Getränke verleiten zum Aufstoßen. Der Magenschließmuskel lässt das Gas nach oben entweichen. Da kann leicht auch Sodbrennen folgen. Das gilt auch für Sprudelwasser.

Auswahl an Nahrungsmitteln, die Reflux auslösen können

Warum Sodbrennen in der Nacht: Wer in der Nacht  regelmäßig von Sodbrennen aufgeweckt wird, sollte früher zu Abend essen und schwere Kost vermeiden. Mindestens Zwei Stunden vor dem Schlafen gehen sollte nichts mehr gegessen werden.

 

Sodbrennen behandeln

Das sollten die ersten Schritte sein in ein Leben ohne Sodbrennen.

Die folgenden Vorschläge zur Vermeidung  von Reflux sind sozusagen die Basis. Auf diesen Änderungen der Gewohnheiten basiert das ganze Konzept der natürlichen Heilung. Im Anschluss werden sie noch etwas lesen über Nahrungsergänzungen und Kräuter, die bei ständigem Sodbrennen helfen können. Aber wenn sie weiterhin schädliches Verhalten beibehalten, kann ihnen nicht nachhaltig geholfen werden.

Sodbrennen was hilft

  • Finden sie heraus, welche Nahrungsmittel bei ihnen Sodbrennen auslösen. Dazu sollten sie einen Plan erstellen und aufschreiben, was und wann sie gegessen haben. Auch sollten sie aufschreiben, wie es ihnen beim Essen ergeht und dann auch 3 Stunden später. Wenn sie nicht herausfinden, was ihr Sodbrennen auslöst, vermeiden sie erst einmal alle Lebensmittel aus der Grafik.
  • Trinken sie viel stilles Wasser. Mindestens 1,5 Liter sollten es schon sein. Auch Tee ist eine gute Alternative. Bevorzugt teesorten, die ihrem Magen gut tuhen und die Verdauung fördern.  Kamille, Anis-Fenchel-Kümmel oder Löwenzahntee sind nur eine Anregung.
  • Sodbrennen im Schlaf: Das Kopfende ihres Bettes sollten sie erhöhen, wenn sie im Schlaf Sodbrennen bekommen. Dazu stellen sie das Kopfende ihres Bettes auf Holzklötze. 10 bis 20 cm sollten es schon sein. Das sieht zugegebenermaßen komisch aus, aber Hauptsache  es hilft.
  • Medikamente vermeiden wo es geht. Und zwar konsequent.
  • Essen sie kleinere Mahlzeiten, lieber öfters am Tag und dafür weniger. Vielleicht hilft es ihnen, wenn sie darauf achten nie einen ganz leeren Magen zu haben. Also wenig essen und stattdessen öfters.
  • Aktivitäten, die Druck auf den Bauchraum erhöhen einschränken, zum Beispiel Heben von schweren Gegenständen und Bücken.
  • Locker sitzende Kleidung tragen, die zu enge Hose bleibt im Schrank. Sie wissen ja jetzt: Der Druck auf die Bauchhöhle…
  • Einige Stunden vor dem Schlafen gehen nichts mehr essen. Besonders nicht Lebensmittel aus der Tabelle.

Jeder Mensch ist anders. Der eine kann Kaffee trinken, so viel er will ohne Probleme zu bekommen. Der andere kann Fette speisen gut verdauen. Forschen sie nach, welches Essverhalten ihnen sauer aufstößt.

Wenn Sodbrennen nur gelegentlich vorkommt, und das Brennen im Brustraum kennen fast alle, genügen Hausmittel gegen Sodbrennen. Zur schnellen Linderung des Schmerzes reicht meist ein Blick in die Küche. z. B. Milch, 1 TL Senf, das essen von einem EL Haferflocken können schnelle Linderung bringen.

Bitterstoffe

Bitterstoffe in Kräutern, Hilfe bei Reflux

Die in vielen Kräutern enthaltenen Bitterstoffe können die Verdauungstätigkeit des Magens positiv beeinflussen. Sie können einen Tee trinken oder einen Magenbitter probieren. Wermut, Kümmel, Löwenzahn, Fenchel, Enzianwurzel, Artischocke, Hopfenblüten oder Mariendistel sind nur einige pflanzliche Empfehlungen.

Saures für die Verdauung

Bei anhaltenden Beschwerden können sie es mit diesem Tipp versuchen: Vor einer Mahlzeit trinken sie ein bis zwei Esslöffel Apfelessig (naturtrüb und unerhitzt) oder den Saft einer halben Zitrone, verdünnt in möglichst wenig Wasser. Wenn ihnen dieses Hausmittel hilft, produziert ihr Magen wahrscheinlich zu wenig Magensäure. Die Säure von Essig oder Zitrone kurbeln die Pepsin Produktion  an. Pepsin ist ein natürlicher Bestandteil der Magensäure.

Verdauungsenzyme

Zur Verdauung der Nahrung werden auch Enzyme gebraucht. Mit den basischen Enzymen wird das eigentliche Problem nicht gelöst. Aber einigen Menschen hilft es, Pflanzenenzyme (zum Beispiel Bromelin oder Papain)  zu den Mahlzeiten zu einzunehmen.

HCI (Salzsäure) und Pepsin

Die meisten Mediziner verschreiben bei starkem Sodbrennen fast automatisch Säureblocker. Aber es gibt auch Ärzte, die schauen noch etwas genauer hin. Wenn nur in der Speiseröhre der pH-Wert gemessen wird, kann man erkennen, ob  Magensäure in die Speiseröhre gelangt. Jedoch sagt das nicht allzu viel über den Säuregehalt im Magen aus. Es ist für eine gründliche Verdauung notwendig, dass die Magensäure möglichst sauer ist. So sollte bei saurem Aufstoßen auch die Magensäurekonzentration im Magen über 24 Stunden gemessen werden. Wird im Magen ein Defizit an Säure gemessen, helfen langfristig auch keine Säureblocker.

Übrigens lassen die meisten Körperfunktionen mit zunehmendem Alter nach. Welcher Mann ist mit 50 stärker als mit 30? Welche Frau hat mit 20 eine Brille aber braucht sie nicht mehr mit 50? Das ist bei fast allen Menschen so. Bei dem einen mehr, beim anderen weniger. Wer hat mit 60 Jahren Sodbrennen durch einen Magensäureüberschuss? Das dürften die Wenigsten sein. Die Wissenschaftler des 20. Jahrhunderts haben über lange Zeiträume dokumentiert, wie die Magensäure im Laufe der Lebensjahre immer weniger ergiebig sprudelt.

Die Magensäure setzt sich hauptsächlich zusammen aus Wasser, Salzsäure und Pepsin.  Einige Ärzte und Heilpraktiker sind sich einig: Die Einnahme von HCI und Pepsin kann in bestimmten Fällen hilfreich sein. Bei Hypochlorhydrie oder Achlorhydrie verschwinden Sodbrennen, Refluxkrankheit, Verdauungsstörungen und andere Beschwerden des Magen-Darm-Trakts. Gleichzeitig  können sich viele andere Krankheiten bessern. Denn viele Beschwerden hängen mit  einem niedrigen Magensäurespiegel zusammen. Das liegt an der schlechten Verwertung der Nährstoffe.

Aber wie fast immer im Leben gibt es auch einen Haken. HCI sollte nur unter Fachkundiger Aufsicht eingenommen werden, weil es auch gefährlich sein kann.

HCI Sollen nur Patienten einnehmen, bei denen durch eine Magensaftuntersuchung ein Defizit an Magensäureproduktion festgestellt wurde. HCI gibt es als flüssige Salzsäure im Fläschchen und in Kapselform. Die Kapseln sind einfacher in der Handhabung und besser verträglich. Es gibt zwei Varianten, Glutamat- und Beatin-HCI. In der Regel wird wenigstens eine der beiden Formen gut vertragen. HCI und Pepsin sollten direkt vor einer Mahlzeit eingenommen werden. Anfangen sollte man mit einer geringen Dosis. Und dann warten, ob die nächsten zwei oder drei Tage keine Probleme auftreten. Die Dosis wird dann langsam bis zur erforderlichen Menge gesteigert. Lassen sie sich von einem fachkundigen Arzt oder Heilpraktiker beraten.

Nebenwirkungen durch die Einnahme von Salzsäure sind selten. Aber dann können sie gravierend sein.

Menschen, die entzündungshemmende Medikamente in beliebiger Form einnehmen sollten niemals HCI verwenden. Das sind zum Beispiel Aspirin, Indocin, Ibuprofen, Corticosteroide und andere nichtsterodiale Entzündungshemmer. All diese Medikamente können die Magenschleimhaut schädigen. Bei zusätzlicher Einnahme von HCI kann die Schleimhaut noch stärker leiden. Dadurch erhöht sich die Gefahr von Magengeschwüren und Magenbluten.

Im Normalfall sollten Pepsin mit HCI kombiniert eingenommen werden, denn die Kombination von Pepsin und HCI ist effektiver. Pepsin wird von den allermeisten Menschen gut vertragen. Sehr wenige Patienten reagieren Überempfindlich auf Pepsin und dann sollte man auf die Einnahme verzichten.

Wer kein HCI einnehmen darf, kann vor den Mahlzeiten Zitronensaft oder Apfelessig in wenig Wasser verdünnt trinken. Vielen Patienten kann damit schon gut geholfen werden.

Medikamente gegen Sodbrennen

Fast alle konventionellen Behandlungsmethoden bei Refluxbeschwerden haben den Sinn, die Säure im Magen zu verringern. Hier drei verschiedene Arten, Magensäureüberschuss zu behandeln.

Medikamnente bei Sodbrennen Grafik

Magensäure Neutralisierende Mittel (Antazida)

Diese Produkte gibt es am längsten und sie sind am schonendsten. Die Wirkstoffe sind meist Calcium-, Natrium-, Magnesium- oder Aluminiumsalze. Sie verbinden sich mit der Magensäure (Salzsäure) und bilden so ein neutrales Salz. Antazida wirkt sich nicht auf die Produktion der Magensäure aus, also wirkt es nur solange, wie es sich im Magen befindet.

Wenn Sie es nur gelegentlich verwenden, wird die Einnahme keine schädliche Nebenwirkung haben. Zu oft verwendet, kann es aber doch zu ernsten Beschwerden führen. Vor Allem, wenn man es längere Zeit einnimmt.

Die schwerwiegendste Nebenwirkung ist als das Milch-Alkali-Syndrom bekannt. Auch wird es Burnett-Syndrom genannt. Es zeigt sich durch einen Calziumüberschuß und einen erhöhten pH-Wert im Blut (Alkalose). Was bis zum Nierenversagen führen kann.

Gehäuft tritt das Burnett-Syndrom auf, wenn man viel Milch trinkt und gleichzeitig Antazida einnimmt. Aber es kann sich auch entwickeln, wenn man größere Mengen an säureneutralisierenden Mitteln einnimmt.

Es ist rezeptfrei in der Apotheke erhältlich oder sie können es als Kaiser-Natron oder Bullrich Salz in der Drogerie kaufen.  Allerdings sollten sie keine Präparate mit Aluminiumsalzen verwenden. Es gibt Ärzte, die der Meinung sind, Aluminium sei an der Entstehung von Alzheimer beteiligt.

Säureblocker

Histamin-H2-Rezeptorblocker

Die Histamin-H2-Rezeptorblocker hemmen die Aktivität von Histamin. Dadurch kann der Befehl mit der Säureproduktion zu beginnen nicht zu den dafür zuständigen Zellen vordringen. H2-Blocker bei Sodbrennen als Behandlung können den Säurefluss stundenlang versiegen lassen.

Die langfristige Unterdrückung der Säureproduktion im Magen kann große gesundheitliche Probleme auslösen. Die unerwünschten Nebenwirkungen sind gut dokumentiert. Meist ist der Magen-Darm-Trakt betroffen. Diarrhö, Übelkeit, Brechreiz und sogar Sodbrennen sind Nebenwirkungen der Säureblocker.

 

Protonenpumpenhemmer

Magensäure wird in den Belegzellen der Magenschleimhaut gebildet und dann in den Magen "gepumt". Dieser Vorgang wird Protonenpumpe genannt. Protonenpumpenhemmer (kurz PPI genannt) blockieren den Pumpmechanismus in den Belegzellen.

PPI sind die wirksamsten säurehemmenden Medikamente: Eine Tablette kann die Säureproduktion fast einen Tag lang um 90 bis 95 Prozent senken!

Fazit

Auch diese Medikamente haben Nebenwirkungen. Oft werden sie eingenommen und bringen keine Verbesserung des Sodbrennens mit sich. Mal ehrlich, diese Medikamente zu nehmen und schädliche Essgewohnheiten beizubehalten ist schon bequem. Aber auf Dauer machen sie ihren Körper kaputt. PPI haben bei speziellen Magen- und Speiseröhrenerkrankungen ihre Berechtigung, aber nicht zur (rezeptfreien) Dauereinnahme bei saurem Aufstoßen!

 

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